Wie ein Markenfilm mein Hirn manipuliert hat.

Die sind wirklich unglaublich gut im Erzählen ihrer Markengeschichte. Shinola, eine nicht mehr ganz kleine Firma aus Detroit, die sich Qualität und Handwerk und der Schaffung von weltklasse Handwerkjobs in den USA auf die Fahne geschrieben hat. Manufaktur mit sozialem Engagement kurz gesagt.

Ihr neustes Produkt ist ein «guter alter» Plattenspieler. Kostenpunkt 2500$ und mein absolutes WILL HABEN Ding.

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Nein, das ist kein verkappter Wunschzettel – obwohl…. Shinola zeigt einfach unglaublich gut, wie schnell man mit Film eine Marke genau da hin bringt, wo sie hin soll: in die tiefsten, unkontrollierbaren Wunsch-Regionen des Gehirns. Ein einziges Video und es war um mich – und fast um mein Budget – geschehen.

Als Markengeschichtenerzähler habe ich mich dann doch wieder gefangen und meine 100% emotionale Reaktion unterdrückt (kurzzeitig) und ganz nüchtern (!) analysiert, was in den letzten 15 Minuten in meinem Gehirn abgegangen ist.

  1. Video-Thumbnail gesehen > lecker
  2. Markenmission öffnet die richtige «Schublade»
  3. Video (3:42) von A bis Z durchgeschaut
  4. Website besucht
  5. mit der linken Hand die rechte davon abgehalten auf «buy» zu klicken
  6. das Gefühl genossen, etwas Schönes gefunden zu haben, das auch noch aus einem guten Grund, mit guten Absichten produziert worden ist.

Aber ganz langsam…

1. Das Thumbnail

Eigentlich völlig unspektakulär. Ein Plattenspieler halt. Aber, gutes Licht und gutes Design. Also klickt Man(n) mal drauf.

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2. Die Markenmission

Eigentlich eine Todsünde – noch vor der ersten Einstellung kommt erst mal eine sehr schlicht gehaltene Texttafel.

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Aber, da hat sich jemand richtig viel dabei gedacht. Und auch wenn ich erst mal den Plattenspieler gesehen hab, weiss ich spätestens jetzt, die bauen auch Uhren (Speicher: später auch noch die Uhren anschauen) und offenbar sind die in den USA und stolz darauf.

Die Schublade in meinem Hirn ist geöffnet, alles was jetzt kommt, wird unter den (für die Marke) richtigen Vorzeichen abgelegt. So verankert sich der Inhalt des Films direkt mit der Markenmission in meinem armen, manipulierten Gehirn.

3. Der Film

3 Minuten und 40 Sekunden geballte Markenbotschaft.

Richtig schön produziert, guter Ton und schöne Produkt(ions)bilder.

Introducing Shinola Audio: The Runwell Turntable on Vimeo 2016-12-08 22-27-16.pngIntroducing Shinola Audio: The Runwell Turntable on Vimeo 2016-12-08 22-28-46.pngIntroducing Shinola Audio: The Runwell Turntable on Vimeo 2016-12-08 22-28-20.pngIntroducing Shinola Audio: The Runwell Turntable on Vimeo 2016-12-08 22-29-39.pngIntroducing Shinola Audio: The Runwell Turntable on Vimeo 2016-12-08 22-35-31.png

…zum Schluss noch eine nette Überraschung – eine andere Ikone aus Detroit.

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Und dann – Ende – noch nicht mal ein klickbarer Link. Einfach ein Endtitel, dann das Logo und die URL – fertig. Dass ich hier schreibe beweist ja schon, dass das Prinzip funktioniert. Ein Film und es war um micht geschehen, auch ohne schreiende Links und Promo-Codes.

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Produziert hat übrigens ein mir bis dahin unbekanntes Studio:  http://wildfreestudios.com

Weitere Filme von Shinola: https://vimeo.com/shinola

4. Die Website besucht

Hier die erste kleine Ernüchterung: Handtaschen! Wo war ich gelandet?

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Zum Glück nur ein Scroll-Wisch weiter finde ich mich wieder daheim – und wie! SHOP GIFTS FOR HIM! Genau, finde ich auch.

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Weiteres Stöbern auf der Website brachte noch das eine oder andere Kleinod zu Tage. Aber auch die ausgebaute Markengeschichte. Nich spektakulär, aber sehr konsequent erzählt – wahrscheinlich. Alles hab ich mir da nicht angschaut, aber die Sicherheit gewonnen, dass sie es mit ihrer Markengeschichte wirklich ernst meinen.

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